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{Outfit} Blaue Fake Fur Jacke / Was bedeutet Luxus für mich?

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Der Hagel klopft an mein Fenster, doch er wird mich nicht nach draußen locken, auch wenn dort drüben ein Sonnenstrahl durch die Wolken bricht. Ich schüttel den Kopf; Aprilwetter ist das. Ich kann nicht erwarten, dass dieser Monat aufhört. „Mai“ klingt schon viel besser in meinen Ohren. Das klingt nach Maiglöckchen, Picknick und Pastellfarben. Ein fabelhafter Monat um Geburtstag zu haben… Ich ziehe meine Kuscheldecke bis zur Nasenspitze und versuche, mir wenigstens warme Gedanken zu machen. Dazu greife ich nach einem der drei eisgekühlten Macarons, die auf dem Couchtisch vor mir liegen. Was für eine elitäre Süßigkeit. Ganz schön teuer für das bisschen Gebäck und so muss ich mir die Ration in meiner Tiefkühltruhe gut einteilen. Doch als ich diese feine Süße in meinem Mund schmecke, schießt mir nur „Luxus“ in den Kopf. Dieser kleine Moment, ganz für mich. Um etwas gesünder zu leben, esse ich momentan wenig Süßes – umso besser schmecken diese kleinen Geschenke von mir an mich selbst. Ich habe es wirklich gut hier, denke ich lächelnd.

Das bringt mich zu der Frage, was Luxus eigentlich für mich bedeutet. Und was dieses Wort in unserer Gesellschaft bedeutet. Bei dem Wort Luxus denkt man oft an Gold und Diamanten, an teure Designerstücke oder verschwenderische Villen in Traumlage. Luxus ist gleich Knappheit – man bezeichnet damit erstrebenswerte Dinge, die sich nun mal nicht jeder leisten kann. Nach sechs Semestern Wirtschaftswissenschaften sehe ich Luxus vor allem als gutes Marketing an. Wie haben es bestimmte Marken geschafft, uns davon zu überzeugen, dass ihre Produkte ein zigfaches ihres Warenwertes wert sind? Und warum kann man sich diesem Konstrukt so schwer entziehen? Ich verstehe die Maschinerie, die hinter teuren Designermarken steckt – zumindest in Ansätzen. Und trotzdem kann ich nicht aufhören, mir irgendwann eine Chaneltasche zu wünschen und mein Geld in immer neue Trends und Klamotten zu investieren. Ist Luxus also im Grunde nur eine Erfindung des Kapitalismus? Ist Luxus böse?

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Ich denke nicht. Ich denke, Luxus ist für jeden Menschen etwas anderes. Es sind die kleinen, besonderen Dinge, die einem Glücksgefühle verschaffen. Dinge, die so kostbar sind, dass wir sie nicht immer haben können. Für mich ist es Luxus, meine Zeit momentan frei gestalten zu können. Generell hat Luxus für mich viel mit Zeit zu tun. Gemeinsame Zeit mit meiner Familie, mit Freunden, oder einfach nur mit meinem Freund rumzuhängen ohne auf die Uhr zu schauem- das ist wunderschön und kostbar für mich. Ich bin privilegiert aufgewachsen – ich musste nie hungern oder um mein Leben bangen. Ich durfte mich frei entfalten und mein Leben so gestalten, wie ich es mir vorstelle. Diesem Geschenk bin ich mir jeden Tag bewusst.

Und dann ist da noch dieser kleine, materielle Luxus, den man sich ab und zu gönnen möchte. Von meiner Leidenschaft für zu teure Handtaschen ganz zu schweigen. Ich liebe beispielsweise Sushi – ich könnte es jeden Tag essen! Doch in meinem Studentenbudget ist das nicht immer drin. Umso schöner kann ich es zelebrieren, wenn ich es wieder esse. Und wer weiß? Vielleicht wäre ich es schon nach einer Woche satt, wenn mein Budget nicht beschränkt wäre. Ich kann stundenlang auf den Websites von Onlineshops verbringen um nach dem perfekten Paar Schuhe oder der perfekten Bluse zu suchen. Auch das ist für mich Luxus. Ganz in Ruhe zuhause ein neues Paket auszupacken. Ich hab ein wirklich schönes Leben – ich bin so wenig neidisch auf andere, wie es geht.

Denn es gibt natürlich auch den Luxus, den ich mir nicht leisten kann und gerne würde. Tolle Reisen beispielsweise. Nicht auf den Geldbeutel zu schauen, nicht mehr den günstigsten Flug und die billigste Unterkunft rauszusuchen. Das wäre ein Luxus, mit dem ich mich wirklich anfreunden könnte. Ja: Reichtum bedeutet nicht Glück, aber Reichtum verschafft einem in dieser Welt mehr Möglichkeiten. Ich denke, dass sich jeder heutzutage seinen eigenen Luxus schaffen muss. Denn Luxus ist ganz bestimmt keine Frage des Geldes. Es ist die Frage, was wir selbst als Luxus empfinden und ob wir uns selbst genug lieben um uns diesen regelmäßig zu erlauben. Außerdem kann man ja auf Luxus hinarbeiten. Und wer weiß – vielleicht werde ich mir wirklich irgendwann diese Chaneltasche kaufen.

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Kunstfelljacke: Gina Tricot, Camisole: H&M / SH, Destroyed Jeans: Gina Tricot / SH, Boots: Zara, Handtasche: New Look, Sonnenbrille: C&A, Kette: Tiffany’s

(SH = Secondhand)

Mein Frühlings-Outfit mit babyblauer Fake Fur Jacke

Nur noch ein paar Worte zu dem Look, den ich euch hier zeige. Dem Aprilwetter sollte man meiner Meinung nach mit zwei Waffen begegnen: fröhlichen Farben und kuscheligen Jacken. Zugegeben, diese destroyed Jeans habe ich an wärmeren Tagen getragen. Aber die babyblaue Fake Fur Jacke ist doch der perfekte Eyecatcher für graue Tage, oder nicht? Dazu gibt es Basics – Jeans, Camisole, weiße Netzstrumpfhose und meine geliebten Zara Bergsteiger Boots. Eine kleine Tasche und fertig! Und um wieder zurück zu dem Thema „Luxus, den ich mir nicht leisten kann“ zu kommen – die Chloé Dupe Tasche von New Look hat mir schon wirklich gute Dienste geleistet.

Ich freue mich auf euer Feedback zu diesem Post!

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6 Comments

  • Reply
    itssarie
    27. April 2017 at 14:19

    „Ich denke, dass sich jeder heutzutage seinen eigenen Luxus schaffen muss.“
    Das ist wirklich der schönste und wahrste Satz in diesem Post gewesen. 🙏🏼 Ich finde du hast ihn toll geschrieben. Man konnte ihn gut nachvollziehen und das Thema ‚Luxus‘ von vielen Seiten aus beleuchtet. 😊

  • Reply
    Melanie
    27. April 2017 at 20:15

    Ein sehr schöner Post. Jeder definiert Luxus für sich anderes. Für mich ist Luxus Zeit mit der Familie und Gesundheit, denn Erfahrungen und Liebe kann man nicht kaufen.

    Deine Jacke gefällt mir total gut :-*

    Melanie / http://www.goldzeitblog.de

  • Reply
    Thao
    28. April 2017 at 8:43

    Ich stimme mit deinen Worten überein. Luxus ist für jeden anders.
    Für mich ist Zeit momentan auch ein großer Luxus, da davon nicht viel vorhanden ist, die man frei gestalten kann.
    Ansonsten würde ich sagen, dass ich, im Vergleich zu anderen, schon Luxus, was materielles angeht, genießen kann. Ich leiste mir zwar nie teure Klamotten, aber kann jeden Monat viel Geld zurücklegen, was viele leider nicht können.
    Das muss einem echt bewusst sein, damit man weiß was man hat und sein Privilegien nicht als selbstverständlich ansieht.

    Liebe Grüße
    Thao

  • Reply
    Isabell
    28. April 2017 at 10:11

    Sehr cooles Outfit, die blaue Jacke steht dir so gut! Luxus ist für mich erstmal, dass ich jeden Monat meine Miete, Rechnungen und Strom zahlen kann, ohne mir jegliche Sorgen machen zu müssen. Dann dazu noch das ein oder andere Eis, Pizza oder Kleidungsstück, welches ich eigentlich nicht brauche und mehr braucht man doch eigentlich gar nicht im Leben. :)

  • Reply
    Saritschka
    2. Mai 2017 at 11:50

    Ich bin da ganz ähnlich wie du – ich denke, dass Luxus ganz viel verschiedenes sein kann. Ich empfinde meine pure Existenz ohne Hunger und Armut als Luxus, aber auch, dass ich hin und wieder verreisen kann und mir damit Träume verwirkliche. :)

    Und zu deinem Outfit: Ich liebe dieses schöne Blau an dir – ein tolles Outfit, dass ich genau so tragen würde. :)

    Liebe Grüße,
    Sarah

    http://www.saritschka.com

  • Reply
    Alina
    5. Mai 2017 at 8:09

    Schöne Gedanken zum Thema Luxus! Ich studiere auch etwas im Gebiet Wirtschaft und weiß auch in etwa wie dieses Luxus Image erschaffen wird und wieso. Toll aber auch, dass du auf den persönlichen, ganz individuellen Luxus eingegangen bist. Man merkt, dass du auch kleine Dinge zu schätzen weißt und Dankbar bist, was ich ganz toll finde!

    Ein super Post.

    Liebste Grüße
    Alina von Selfboost

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