{Thoughts} Oldenburg, ich lieb‘ dich nicht. + Business Culottes Outfit

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Das mit uns beiden war immer mehr eine Vernunftsentscheidung als die große Liebe. Klar, wir waren uns sehr sympathisch bei unseren ersten Begegnungen. Aber das große Herzklopfen blieb aus – bis heute.
Du warst immer gut zu mir und ich habe gerade ein schlechtes Gewissen, so über dich zu schreiben. Obwohl das lächerlich ist, da du eine Stadt bist und dir das ganz bestimmt egal ist, wenn du mich in einigen Jahren wieder ausspucken wirst. Ich hab mich hier immer sicher gefühlt, sogar wenn es dunkel ist. Hier passiert halt nichts. Wie oft taucht diese Stadt schon in den Nachrichten auf? Das ist gut. Doch wenn nichts schlechtes passiert, passiert nun Mal auch nichts gutes. Es fühlt sich jedenfalls so an. Und ich bin jung und hungrig und ich will, das etwas passiert. Ach komm schon, sei doch bitte einmal aufregend und bringe mich aus der Fassung. Ich gehe nicht mehr feiern, habe jedes Café schon besucht und mir ist langweilig. Du bist einfach zu flach, zu klein. Für mich.

Doch du kannst nichts dafür, du bist nun mal nicht Hamburg, nicht Paris und das willst du auch gar nicht sein. Das musst du auch gar nicht sein. Du musst mich nicht begeistern, denn es war meine Entscheidung hierher zu ziehen, auszupacken und nun öffentlich hier über dich abzulästern. Ich bin furchtbar. Ja. Es ist eine großartige Stadt um erwachsen zu werden, aber nicht die richtige Stadt für mich, um erwachsen zu sein.

Verzeih mir, Oldenburg! Für die Enttäuschung, die wir uns gegenseitig waren. Wir wollen uns trotzdem im Guten verabschieden, nicht wahr? Denn es liegt ja nicht an dir, sondern an mir. Aber vielleicht sollte ich langsam anfangen, andere Städte treffen und du andere Menschen. Glaub mir: Es ist das Beste für uns beide!

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Und nun?

Es ist jetzt mehr als einen Monat her, dass ich Oldenburg verließ um nach Hamburg zu gehen. Diese Worte sind alt, doch letztendlich sind sie heute genau so wahr. Mir gefiel einfach das Bild von mir in einer Stadt, in der die Häuserfassaden höher sind, die Menschen spezieller und in der ich endlich so sein könnte, wie ich bin.
Um es mit den Worten von Fitzgerald zu sagen :

I’m not sure what I’ll do, but – well, I want to go places and see people. I want my mind to grow. I want to live where things happen on a big scale.

Und ich wuchs. Ich wuchs und wuchs und wuchs und habe mich doch nirgendwo so klein gefühlt wie hier. Ich habe mir oft genug eingeredet, in die Großstadt zu gehören. Aber mir wird schwindelig, wenn ich aus der U-Bahn steige und plötzlich ganz am Ende des Bahngleises stehe, hinter mir nichts als Dunkelheit. Zu oft greife ich unterwegs nach meinem Geldbeutel, bin grundlos paranoid. Immer noch nicht an so viele Menschen gewöhnt. Ich bestelle am liebsten jede Woche beim gleichen Lieferdienst und ziehe die Couch einem aufregenden Abend vor. Auch hier ist es flach, wenn auch auf eine andere Weise als in der Kleinstadt. Ach Hamburg, ich war so verliebt in dich.

Doch niemand hat hier auf mich gewartet und eine Stadt kann keine Wunder vollbringen. Hamburg, Oldenburg, Bremen – drei Zuhause sind wirklich eines zu viel. Die Wunder, die kleinen und die großen bleiben doch letztendlich immer an uns selbst hängen. Wir müssen etwas tun um die richtigen Menschen zu treffen und ein kleines Stück von dem großen Glück ab zu bekommen. Egal, in welcher Stadt. Ich bin hier einfach noch nicht angekommen und mir fehlt noch zu viel.

Und neulich habe ich mich selbst sogar dabei ertappt, beim Gedanken an Oldenburg zu lächeln. Nicht einmal wegen der Menschen, sondern wirklich nur wegen dieser kleinen wunderbaren Stadt, in der ich mich so sicher fühle. Oldenburg, ich vergöttere dich immer noch nicht. Vielleicht bin ich dir egal, aber du bist es mir nicht mehr. Und verdammt, du fehlst mir.
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Culottes im Büro: Business Casual Outfit

Das Outfit zur Kolumne: Ich trage von Kopf bis Fuß Zara und einen Shopper von Mango. Ich liebe diese Fotos, weil sie über den Dächern von Oldenburg entstanden sind. Ein weiteres Outfit mit dieser Culottes und warum ich diese nicht mehr besitze, lest ihr in meiner Kolumne „Was ihr nicht seht.“ (Fotos von Mainise Fotografie)

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6 Comments

  • Sehr schöner Text. Ich kann deine Gedanken gut nachvollziehen, auch wenn ich noch nie in einer kleinen Stadt gelebt habe. Ich glaube letztendlich ist das auch egal, denn es sind die Menschen, die wir lieben, die einen Ort zu unserem Zuhause machen. Ich mag Berlin nicht, ich glaube ich würde mich in einer kleinen Stadt sogar wohler fühlen. Aber ich liebe die Menschen hier und deshalb möchte ich niemals weg.

    Liebste Grüße
    Mai von SPARKLEANDSAND.com

  • Hey Fee!
    Ich muss sagen du schreibst wirklich super schöne Texte. Du hast eine ganz besondere Schreibweise und das mag ich an deinem Blog besonders! Schön, dass du so ehrlich bist und so erfrischend :) Ich kommentiere sonst wirklich kaum Blogs, aber das musste ich dir jetzt einfach mal sagen <3

    Liebe Grüße,
    Lara

  • Ein ganz wunderbarer Beitrag! Ich komme auch aus einer Kleinstadt im Ruhrgebiet und habe mich langsam an die Großstadt getastet, aber ich war immer ein Kinde der Metropole. Ich hasse Dörfer und ich hasse Kleinstädte. Dort gehe ich ein, wie eine Pflanze, die kein Wasser mehr bekommt, denn ich brauche Freiheit. Die Freiheit der Großstadt!

    xo Rebecca
    https://pineapplesandpumps.com

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