{Thoughts} Ihr inspiriert mich nicht

Kolumne Influencer Inspiration Modeblog Oldenburg Kritik
Foto von Holger Nitschke

Inspiration. Laut Wikipedia versteht man im Allgemeinen darunter einen „Ausgangspunkt künstlerischer Aktivität“. Es ist ein alter Begriff, mit viel Geschichte dahinter. Früher hatte Inspiration etwas mit göttlichen Eingebungen zu tun. Heute ist sie zur Daseinsberechtigung der Modeblogs geworden. Fragt man uns, welchen Mehrwert unsere Posts für unsere Leser bieten, antworten wir „Inspiration“. Davon nehme ich mich selbst nicht aus. Wir sagen, dass wir unsere Leser zu neuen Outfitideen inspirieren. Wir teilen unser Wissen und unsere Erfahrungen, in der Hoffnung das Leben Anderer zu bereichern. Aber tun wir das wirklich?

Wo ist der Mehrwert?

Wenn ich durch meinen Instagram Feed scrolle, frage ich mich, wann mich das alles zum letzten Mal inspiriert hat. Also im wahrsten Sinne des Wortes. Wann haben mich die inszenierten Fotos das letzte Mal dazu verleitet, kreativ zu werden – und wenn es nur eine neue Kombination meiner Kleidung ist?
Versteht mich bitte nicht falsch, ich bin seit Jahren jemand, der die ganze Blogosphäre immer und immer wieder verteidigt. Ich liebe, was wir hier tun und ich möchte jetzt nicht damit aufhören. Doch gerade seit der letzten Fashionweek denke ich viel über diese Szene nach. Das hier soll auch kein reiner Meckerpost werden. Nur ein Moment, in dem ich innehalte. Mich frage, was passiert ist.

Früher war das jedenfalls anders. Durch das Bloggen habe ich den Mut gefunden, mich endlich so zu kleiden, wie ich möchte. Ich bin selbstbewusster geworden, durch die Kommentare, aber auch durch die Posts anderer Bloggerinnen. Sie inspirierten mich, einfach ich selbst zu sein. So kitschig das auch klingt.

Was hat sich geändert?

Ich folge inzwischen nur noch Blogs, die wesentlich mehr Follower haben als ich. Ich bin verwöhnt, was die Qualität der Bilder und die Anzahl der Beiträge pro Woche angeht. Doch in letzter Zeit ist mir ein Problem aufgefallen. Einige Blogs verlieren ihre Ehrlichkeit, wenn sie groß werden. In meinem Bloglovin‘ Dashboard kann ich kaum noch Posts finden, bei denen im Hintergrund kein Geld geflossen ist. Ganz egal ob da über Freundschaft, Liebe oder Mode geschrieben wird. Es ist alles gekauft.

Die Taschen werden immer teurer. Immer schneller sind sie wieder out. Die netten Mädchen von nebenan sind längst zu Jetsetterinnen geworden, die nur noch in New York oder auf Santorini anzutreffen sind. Ewiger Sommer und 365 Tage braune Haut.
Keine Frage, das ist toll – ich gönne es euch allen, ihr habt hart dafür gearbeitet. Aber irgendwo zwischen Chloe Taschen und begehbaren Kleiderschränken habe ich gemerkt, dass das rein gar nichts mehr mit meinem Leben zu tun hat.

Vom Hochglanz Magazin zum Online Tagebuch und wieder zurück

Blogs sollten früher die Alternative zu den Hochglanz Magazinen und den Stars darin darstellen. Lebensnäher, echter – Frauen wie wir. Das Blatt hat sich gewendet. Während jeder Blogger einen durchgestylten Feed mit professionellen Fotos vorzuweisen hat, posten die Stars aus dem Fernsehen wieder verwackelte Selfies um „echt“ zu sein. Blogger müssen das nicht, sie müssen sich nicht mehr nahbar geben für ihren Erfolg.

Der Schluss, den ich für mich aus diesem Wandel ziehe, ist einfach. Ich möchte wieder mehr kleine Blogs lesen. Online Tagebücher, von denen keiner leben muss. Blogposts, die aus Spaß an der Sache geschrieben wurden. Ich will Outfits sehen, die ich mir auch leisten kann. Und von den großen Blogs würde ich mir wieder mehr Beiträge wünschen, in denen wirklich Herz steckt. Posts, die ehrlich sind. Es gibt ja auch einige Blogs, die „trotz“ des großen Erfolges nichts von ihrer Qualität verloren haben. Erst letzte Woche habe ich begeistert diesen Beitrag von Kenza  Zouiten gelesen (der wahrscheinlich auch gesponsert ist, sich aber für einen guten Zweck einsetzt).

Ich denke natürlich auch über meinen Blog nach.  Ich möchte mehr Beiträge schreiben, auf die ich stolz sein kann. Ich will nicht mehr an Erfolg denken und an Optimierung und an Zahlen. Klar, werde ich weiter mit Firmen zusammenarbeiten – in Maßen und nach gründlicher Überlegung. Ich möchte aber in Zukunft mehr an den Spaß am Schreiben denken und an Themen, die mir wichtig sind. Ich will wieder zurück zu der ursprünglichen Idee eines Blogs.

 


Welche Blogs inspirieren euch?

signatur

23 Comments

  • Sehr weise Worte. Ich lese deine Gedanken immer recht gerne, auch wenn ich mit Mode gar nichts am Hut habe :)

    Das Problem von professionellen Bloggern ist, dass sie irgendwann nicht mehr aus dem Hamsterrad ausbrechen können. Wenn man neben der/dem Schule/Studium/Beruf bloggt ist man eigentlich nicht auf das Geld vom Bloggen angewiesen. Jeder Auftrag der reinkommt wird gerne genommen. Meistens gönnt man sich von dem unverhofftem Geldsegen dann einfach irgendwas, was man sich sonst nicht geleistet hätte.

    Merkt man mit der Zeit, dass man vom Bloggen leben kann und setzt alles auf die Karte Profiblogger, muss man schon fast alle Aufträge annehmen die kommen. Jedoch ist es brutal schwer durchs Bloggen einen ähnlichen Verdienst zu genieren, wie mit einem Job für den man einen Bachelor/Master benötigt. Viele Blogger haben ja studiert, also wollen sie auch wie Führungskräfte verdienen.

    Dieses Verhalten führt zwangsläufig dazu, dass man Stück für Stück seine Seele verkaufen muss. Außer man erreicht irgendwann den Punkt, an dem man so viel verdient, dass man sich die Auftraggeber und den Preis aussuchen kann. Aber wer schafft das schon? Und wenn man dann mal in dieser Welt drin ist, kann man vermutlich nicht mal mehr zwischen Werbung und keiner Werbung unterscheiden :)

  • Ich finde es auch sehr schade, dass die eigentliche Faszination, die man vorher bei bekannteren Bloggern hatte, schnell verschwindet, weil sie sich eben der Mainstreamkultur unterordnen und mehr mit Hochglanzmagazinen gemeinsam haben, als dem „Mädchen von nebenan“.
    Was mir auch auffällt, ist aber nicht nur, dass viele Looks erkauft sind, sondern dass Beiträge, Fotos etc. fast alle gleich sind, zumindest kommt es mir so vor. Meiner Meinung nach geht sehr sehr viel Individalität verloren und Blogger, die gerne mehr Bekanntheit erlangen wollen, fügen sich diesen Prinzipien und das ist schade.
    Daher folge ich auch tendenziell Leuten, die eben erst wenige Follower haben, dafür aber mehr Eigenwert vorzuweisen haben.

    Schöner Beitrag, kann ich nur so unterstreichen.
    Jana von rosegoldelectra.wordpress.com

  • Ein ganz ganz großes Lob an deinen unglaublich ehrlichen und wahren Text. Ich finde es bewundernswert das du dich so gut ausdrücken kannst bei diesem Thema, weil mir fehlen dabei oftmals einfach die Worte. Ich finde es ziemlich schade wie sich die Bloggerszene in manchen Bereichen gewandelt hat und wie viele Menschen komplett abhängig von den sozialen Medien sind. Es dreht sich ständig alles nur um irgendwelche zahlen, die überhaupt nicht über einen Menschen aussagen.
    Ich finde dein Bild übrigens großartig !

    Liebe Grüße :)
    Measlychocolate by Patty

  • Toller und sehr ehrlicher Post! Das mit den Bildern ist mir besonders in meinem Instagram Feed aufgefallen und es deprimiert mich auch etwas. Immerhin wird ein Leben mit Jetset und Luxus suggeriert…wer kann sich das so schon leisten? Ich muss mich auch immer wieder auf den Boden zurück holen, mir vor Augen halten dass ich nicht so sein muss um „erfolgreich“ zu sein und dein Post ist da echt hilfreich. :) Mach weiter so!

    Ganz liebe Grüße
    Rike

    http://www.rikelila.com

  • Hey Fee, du hast so Recht mit deinem Artikel! Diese ganze perfekte Welt, in der alles gekauft ist, geht mir auch auf die Nerven. Wenn gewisse Leute für eine Marke werben (anders kann man es nicht sagen), ist das für mich manchmal sogar ein Argument, es dann nicht zu kaufen. :D

    Liebe Grüße,
    Katha // http://hirschkind-blog.de/

  • Liebe Fee… ein toller Beitrag, der wirklich den Nerv der Zeit trifft! Ich bin selbst auch in diesem «Hamsterrad» und sehe auch an mir selbst, dass ich nicht mehr ganz so leichtfüssig und unvoreingenommen blogge als noch vor zwei Jahren, weil ich die Gratwanderung zwischen «finde ich einfach toll!» und «muss meine Miete bezahlen!» machen muss. Was mir persönlich dient, ist die Tatsache, dass meine Leserinnen immer wieder betonen, dass sie bei mir sind, weil ich eben nicht so Bilderbuch-perfekt bin. Wir schauen uns alle gerne Modemagazine und schöne Insta-Accounts an – aber die echten, rückkehrenden Blogleserinnen möchten vor allem einfach bei ihrer virtuellen Freundin einchecken. Weiter so, und Kampf den Santorini-Bikini-Pics! Much love aus Zürich,
    Steffi

  • Liebe Fee,
    ich versteh dich so gut, manchmal Sitz ich vor meinem Feed und frag mich ob das jetzt wirklich so gemeint ist oder ob einfach nur was dahin musste. Alles ist so durchgestylt das es auf beängstigende Weise überall gleich ist. Denn, alle kooperieren mit den gleichen Firmen und es sind immer die selben Mädels die einen von den Quadraten bei Instagram entgegen Lächeln.
    Gleichzeitig fällt es mir schwer kleinere Blogs zu finden die ich gerne lesen möchte, ich stolper durch die Facebook Gruppen, klick hier einen Link Klick da. Aber die meisten schreien einem dann ja doch ins Gesicht „Schau hier. Ich bin wie alle anderen. Guck mal mein toller rosa Instagram Feed“ und dann frag ich mich ob ich auch so werden muss und Blick mit erschrecken auf meinen Instagram Feed der immer gestylter wird und immer seltener Schnappschüsse und echtes Leben zeigt.
    Wenn du schöne, kleine, echt Blogs und Bloggerinnen kennst würde ich mich sehr freuen hier über diese zu lesen. Nicht nur aus dem Fashionbereich.

  • Ich kann das sehr gut nachvollziehen liebe Fee und manchmal denke ich ähnlich, dass alles sehr gleich wirkt in der Bloggerwelt. Was ich dabei schade finde, dass aber oftmals direkt alle über einen Kamm geschert werden. Ich liebe Gucci, Chloé, Zara, H&M…Mango und mixe gerne High Street mit ein paar Designer teilen. Als Studentin kann ich mir auch nicht alles auf Anhieb leisten und arbeite oft hart (noch dem der Uni und Blog) und spare auf Etwas hin. Und natürlich kaufe ich mir dann auch das was mir gefällt und so wurde es eine Chloé…ja wie jeder Andere in der Bloggerwelt sie auch hat! Aber warum sollte ich mir das dadurch auch vermiesen lassen. Und auch Urlaubsziele wie Santorino, Marrakesch, und was gerade auf Instagrsm gehyped wird, sind auch meine Urlaubsziele, weil ich noch nie da war, ich die von der Welt eben so viel wie möglich sehen möchte. Aber bin ich dadurch gleich wie alle anderen? Ich denke nicht, denn durch den Blog kennt man immer nur einen Bruchteil von der Person die dahinter steckt. Ich hatte oft Gedanken mir etwas nicht mehr zu kaufen weil es von großen Blog beworben wurde, gehypt oder sonstiges. Aber wenn es zu 100% mein stil und Geschmack ist, bin ich immernoch der Meinung, dass man es dann machen sollte. Die sogenannten Influencer müssen ja nicht alles beeinflussen ;)

  • (Wenn man innerhalb eines Blogposts ist, funktioniert das mobile Menü nicht. Nach dem Klick darauf tut sich nichts. Wenn man in der Übersicht ist, also der Startseite, dann gehts.)

    Zum Post selbst: ich folge so gut wie keinen Mode- oder Beautyblogs. Ich komme über Facebook her. Darum kann ich zum Hauptthema nicht viel sagen, ich weiß nicht wie viele Posts gekauft sind. Insgesamt finde ich „gekauft“ aber auch falsch. Für viele größere Blogger ist das Bloggen nicht mehr nur ein Hobby. Es ist eben ihr Beruf und für seinen Beruf wird man bezahlt. Wenn du es lieber wieder persönlicher willst, dann wirst du über deinen Schatten springen müssen und wieder kleinere Blogs lesen. Vielleicht liegt es an unseren unterschiedlichen Interessen oder daran, dass ich schon länger Blogs lese (davon gehe ich, wegen unseres Altersunterschiede einfach mal aus) aber bei mir geht der Trend schon lange wieder weg von professionellen Blogs und hin zu kleineren, persönlicheren Blogs. Vielleicht liegt es sich dran, dass ich diese Entwicklung Richtung sponsored Posts nicht bemerkte.

  • Ich bin so unglaublich bei dir. Den Beitrag habe ich mir gleich mal abgespeichert um ihn beim Monatsrückblick zu empfehlen. Die ganze Bloggerszene brennt mich förmlich aus – diese Oberflächlichkeit, Konsumgeilheit und alles schlauchen mich. Ich habe das Gefühl dass ich ein Hochglanzmagazin lese, gefüllt mit Schleichwerbung, falschen Freundschaften und Heuchelei. Klingt vielleicht etwas hart . aber genauso empfinde ich aktuell einfach. Ich habe mich gerade auf Twitter aufgeregt, dass eigentlich wunderschöne Reisebilder (die Einblick in ein Land geben sollten) immer nur zu Outfitbilder mutieren und die Reise-Impressionen nur blurry im Hintergrund zu erkennen sind. Ich hasse das, aber klar die Kunden die die Reise bezahlen müssen ja im Foto zu sehen sein >.>

    Ich gehe inzwischen auch immer mehr weg von den Berufsbloggern und eher hin zu den kleinen Bloggern. Das gibt mir mehr Mehrwert und ich finde einfach dass ich dort eher neues sehen und kennen lernen kann

    Liebe Grüße
    http://hydrogenperoxid.net/blog/

  • Hallo Fee,

    mich nervt diese „überperfekte“ Welt sehr und ich sortiere immer mehr „perfekte Menschen“ aus meiner Blogliste und bei Instagram aus. Es ist schön, dass diese Leute erfolgreich sind und ein schönes Leben haben, aber das ist eben nicht das Leben der Allgemeinheit. Natürlich ist es schön (teure) Sachen gesponsert zu bekommen und ich freue mich immer sehr über Kooperationen, aber spätestens beim Schreiben muss man wieder zurück auf den Boden der Tatsachen kommen und eben auch sagen, dass zB. ein Eyeliner für 20€ nicht unbedingt massentauglich ist. Ich bearbeite auch meine Bilder nicht (außer mal schneiden und etwas nachschärfen), denn ich möchte, dass meine Leserinnen und Follower meine Realität sehen und eben keine Hochglanzfotos.

    Liebe Grüße,
    Stil-Helferin Jessi

  • Ich kann dich verstehen, Fee, denn ich merke es selbst. Mein Blog gehört nämlich noch zu den kleinen, welche nicht so viele Follower haben, und es ist wirklich hart, Fuß zu fassen und Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Es gibt so viele perfekte Feeds und wenn man einmal die 100k geknackt hat, dann läuft alles wie von selbst. Mit nicht einmal 1k Follower sieht es natürlich anders aus, da geht man etwas unter, egal wie viel Mühe man sich gibt..

    Ich persönlich liebe ja die kleinen Blogs, da die Blogger dahinter sich noch die Mühe machen, auf ihre Leser einzugehen. Fragen werden beantwortet, sich über jedes liebe Wort bedankt. Klar, eine Bloggerin die hunderte von Kommentaren bekommt, kann dem nicht mehr nachkommen. Aber sich dann gleich vollkommen unnahbar zu geben und teilweise eine gewisse Arroganz an den Tag zu legen, finde ich schade. Denn klein waren sie schließlich alle einmal..

    Alles Liebe
    Selly
    von SellysSecrets || Instagram

  • Fee, das ist ein sehr wahrer und toll geschriebener Beitrag. Ich habe dich genau aus den beschriebenen Gründen abonniert. Ja, du kommst auch aus Oldenburg, was ja schon mal super sympathisch ist (🤓🤘🏻) aber deine Outfits etc sind einfach aus dem Leben und nicht so abgehoben wie manch anderes.
    Bleib so wie du bist!

  • Liebe Fee,
    leider hast du so Recht.
    Ich lese auch größtenteils große Modeblogs und folge sonst nur Leuten, die ich persönlich kenne. Inspiration gibt mir das selten.
    Mittlerweile mag ich dafür aber Pinterest sehr gern.
    Also zum Inspiriert werden, meine ich.
    Ich werde versuchen in nächster Zeit ein paar kleinere Blogger in meine Liste aufzunehmen!
    Liebe Grüße
    Ruth

  • Hey was ein großartiger Blogpost den ich wirklich, wirklich gern gelesen habe! Ich habe erst heute einen thematisch ähnlichen Beitrag verfasst – vielleicht magst du ja mal drüber lesen.
    Ich lese sehr gern dariadaria – sie ist zwar eine große Bloggerin aber hat sich vom Fashionblogger Dasein abgewendet und bloggt jetzt für den guten Zweck! :)
    Ich finde den Vergleich den du zwischen Stars und Bloggern bringst großartig & so wahr. Die Feed’s der großen Film & Musik stars sind ganz weit weg von den ewig harmonischen und cleanen Feeds der Bloggern.
    Liebst,
    Farina

  • Sehr schöne Gedanken und mich muss sagen – es geht mir ähnlich. Einige Blog die ich früher geliebt habe, lese ich heute gar nicht mehr, weil sie mir einfach zu „perfekt“ geworden sind. Unecht halt. Und nur noch Outfits zu sehen, die ich vielleicht schön finde, von denen ich mir aber nicht mal ein einziges teil leisten kann… nun ja, da kann ich mir genauso gut die Vogue kaufen und durch die Werbeseiten blättern.

    Liebste Grüße
    Mai von SPARKLEANDSAND.com

  • Also zunächst einmal: ich finde das Foto klasse! Tolle Aufnahme, ich liebe dieses s/w!

    Und zum zweiten kann ich dich sehr gut verstehen. Einerseits verstehe ich als Selbstständige absolut, dass man Geld verdienen muss, wenn man so viel und hauptberuflich bloggt. Da fliest einfach unheimlich viel Zeit und Mühe rein (ein Grund, warum ich eben nicht jeden Tag bloggen kann).
    Andererseits empfinde ich ähnlich wie du. Und ich habe auch das Gefühl, dass man überall das gleiche liest/sieht. Das was eben vermeintlich geklickt wird und gut ankommt…

  • Ich finde deinen Post sehr ehrlich und differenziert geschrieben. Ich empfinde es ebenso, dass immer weniger Identifikationsfläche mit den großen Bloggerinnen existiert, weswegen ich mir mittlerweile andere Blogs zum Lesen suche. Gott sei Dank ist die Blogosphäre groß genug und bietet für jeden etwas. Deinen Vorsatz, nicht mehr auf Zahlen zu achten, finde ich sehr lobenswert! So ein Blog sollte auch eine Herzensangelegenheit sein.
    Liebst, Bina
    stryleTZ

  • Ganz, ganz viele Blogs geben mir keine Inspiration mehr (egal ob groß oder klein). Früher vor ein bis zwei Jahren war das definitiv anders. Allerdings hat sich meine Sicht der Dinge auch etwas geändert und ich bewerte Blogs bzw. Blogposts auch anders als damals, als ich von der ganzen Bloggerszene noch gar keinen blassen Schimmer hatte.
    Ich frage mich auch immer wieder, ob ich wirklich Mehrwert biete. Ist Inspiration wirklich Mehrwert? Ist die eigene Erfahrung/Meinung zu einem Produkt Mehrwert für einen anderen? Ich glaube, dass können nur die Leser selbst beantworten. Ich für meinen Teil muss das größtenteils verneinen. Und das Problem mit unfassbar teuren Designerteilen bei den großen Blog-Stars geht mir ebenso auf den Keks. Das bietet für mich einfach keine Inspiration, wenn ich noch nicht mal ein vergleichbares Teil für weniger Geld finden kann. Auch wenn ich mir nach wie vor gerne die Blogs ansehe, beschränke ich mich doch eher nur auf die Bilder. Aber ganz ehrlich: Hätte ich die Möglichkeit, würde ich mir bestimmt auch die ein oder andere Designertasche kaufen oder mal ein Teil was deutlich über den Preisen von Zara & co liegt. Man hat es sich erarbeitet und irgendwie kann ich es auch verstehen. Nur spricht man damit irgendwann eine komplett andere Zielgruppe an.
    Und zu den „perfekten“ Feeds und Bildern vor allem auf Instagram: Nun ja, ich schaue mir einfach gerne schöne Bilder an, die hübsch arrangiert sind, die besonders bearbeitet sind, die einfach gut aussehen und mich aus dem grauen und tristen Alltag abholen. Das ist absolut subjektiv wie so vieles in dieser Szene. Wo fängt für einen selbst perfekt an, wo hört es auf. Ab wann ist etwas teuer, was würde man sich selbst leisten. Wie definiert man Mehrwert für sich selbst?
    Ich fand deinen Artikel richtig spannend zu lesen und regt wunderbar zum Diskutieren an. :)

    Liebste Grüße
    Dorina

  • Das hast du fein geschrieben. Gerade Fashionblogger wirken inzwischen mehr denn je wie Hochglanzmagazine. Ich würde mich so weit aus dem Fenster lehnen und sagen, dass der Mensch, der im Kern für diesen Blog verantwortlich ist, immer noch „echt“ und authentisch ist. Aber Geld und Anforderungen von außen verändern das Bild nach außen sehr. Am Ende wollen wir ja alle gefallen und machen dafür so einiges. Und wenn dazu gehört, sich selbst besser als Ottonormalverbraucher zu inszenieren.

    In solchen Momenten der Erleuchtung inspiriert es mich eigentlich am meisten, meinen Laptop einfach zu schließen und im echten Leben etwas schönes zu unternehmen. Das stößt die Denkkugel eigentlich immer wieder an.

    LG Biene
    http://lettersandbeads.de

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