Zweisprachig bloggen: Vor- und Nachteile

Zweisprachig Bloggen - Vorteile und Nachteile

Einer der maßgeblichen Gründe für meinen Umzug zu WordPress Anfang des Jahres war die Möglichkeit, eine mehrsprachige Website einzurichten. Schon länger wollte ich meinen Blog zusätzlich auch auf Englisch führen. Für diejenigen, die noch überlegen ihrem Blog eine weitere Sprache hinzuzufügen, habe ich in diesem Post einmal alle Vorteile den Nachteilen gegenüber gestellt. Am Schluss folgt dann mein Fazit, nachdem ich inzwischen sechs Monate auf Deutsch und auf Englisch blogge.

Und übrigens: Wenn es euch interessiert, wie und mit welchem Plug-in ich die englische Übersetzung eingerichtet habe, hinterlasst mir einfach einen Kommentar. Ich schreibe dann noch einen ausführlichen Post dazu.

 

Die Vorteile:

1. Verbesserung der Sprache

Gerade wenn es sich bei deiner zusätzlichen Sprache nicht um deine Muttersprache handelt, ist viel Übung das A und O. Zweisprachiges Bloggen bietet diese regelmäßige Übung, durch die man nicht nur seine Kenntnisse erhält, sondern verbessert. Denn auch wenn man schon über einen großen Wortschatz verfügt, stößt man beim regelmäßigen Schreiben manchmal an seine Grenzen. So hat man die Möglichkeit, neue Wörter zu lernen und sich sicherer auszudrücken. Da ich im Studium nicht mehr viele Gelegenheiten habe, Englisch zu sprechen oder zu schreiben, war der bilinguale Blog eine tolle Möglichkeit für mich, nicht aus der Übung zu kommen.

2. Höhere Reichweite

Laut statista sprechen rund 1,5 Milliarden Menschen auf der Welt Englisch. Durch die Einführung einer zusätzlichen Sprache öffnest du deinen Blog also einem weit größeren Publikum. Ich habe den Austausch mit Bloglesern aus der ganzen Welt immer als sehr bereichernd erlebt. Es ist verrückt und toll, plötzlich Kommentare vom anderen Ende der Welt zu erhalten.

3. Mehr Vermarktungswege

Doch natürlich musst du erst einmal den internationalen Lesern zeigen, dass dein Blog überhaupt existiert. Wenn du zusätzlich auf Englisch bloggst, kannst du deinen Blog über viel mehr Wege verbreiten. Seit ich zweisprachig blogge, benutze ich zum Beispiel aktiv Lookbook, Google Plus und Pinterest.


Die Nachteile:

1. Hohes Sprachniveau erforderlich

Um langfristig in einer zweiten Sprache bloggen zu können, sollten deine Kenntnisse in dieser Sprache wirklich gut sein. Du musst kein Muttersprachler sein, aber zwei Jahre Schulunterricht in Französisch würden wohl nicht ausreichen um dauerhaft auf französisch zu bloggen. Man sollte jedoch nicht zu streng zu sich selbst sein – um gut verständliche Texte zu schreiben, die den Google Translator übertreffen, muss man kein professioneller Übersetzer sein.

2. Größerer Zeitaufwand

Meiner Meinung nach der größte Nachteil: Es kostet enorm viel Zeit, jeden einzelnen Post zu übersetzen. Während bei Outfitposts der Aufwand noch überschaubar ist, kann es bei nachdenklichen oder informativen Posts echt sehr zeitintensiv werden – gerade, wenn man sehr oft bloggt. Inzwischen habe ich für mich aber ein paar kleine Tricks dafür gefunden, um mich zu motivieren und schneller zu übersetzen.

3. Anpassung der Inhalte

Es reicht nicht, die Inhalte nur 1:1 zu übersetzen. Deine Leser aus anderen Ländern müssen auch etwas mit ihnen anfangen können. So müssen Maßeinheiten angepasst werden und Bezugsquellen neu herausgesucht werden. Auch muss man sich je nach Thema des eigenen Blogs auch fragen, ob das Thema des Posts überhaupt international relevant ist. Wenn ihr viel über regionales und nationales berichtet, lohnt sich möglicherweise keine mehrsprachige Website.

 

Fazit:

Zweisprachig zu bloggen ist eine tolle Möglichkeit, viele Menschen auf der Welt zu erreichen. Trotzdem steht den Vorteilen der enorme Zeitaufwand gegenüber. Um konsequent bilingual zu bloggen, braucht man also Durchhaltevermögen. Hierfür ist es besonders hilfreich, wenn man die Sprache liebt oder sie einem sehr leicht fällt. Ob das Ergebnis dem Aufwand gerecht wird, hängt aber immer vom Blog ab.

 


Update (July 2017):

Da dieser Post immer noch sehr gut geklickt wird und mich viele Kommentare und Fragen erreichen, hier ein kleines Update. Ich blogge nicht mehr zweisprachig. Der enorme Zeitaufwand hat mich irgendwann in die Knie gezwungen. Man unterschätzt schnell, was es bedeutet einen Blog bilingual zu führen – da steckt noch viel mehr als reine Übersetzung dahinter. Ich bekomme wie gesagt immer noch Fragen dazu, wie ich die Zweisprachigkeit meines WordPressblogs damals umgesetzt habe. Ich habe das Polylang Plugin benutzt und hatte so zwei voneinander abgetrennte Bereiche des Blogs in englisch und deutsch. Ich war damals mit diesem Plugin sehr zufrieden!


Wie seht ihr das?

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14 Comments

  • Hallo Fee,
    vorne weg einmal herzlichen Glückwunsch zu deinem sehr schönen Blog! Wirklich cool gemacht.

    Zu deinem Artikel „Zweisprachig bloggen“. Aus eigener Erfahrung kann ich schreiben, dass ein weiterer Punkt der in deiner Aufzählung noch fehlt >> deine Leser << sind.
    Klar kannst Du mit mehr Sprachen mehr Menschen / Leser erreichen. So sind es laut Wikipedia mit Englisch 330 Millionen, mit Französisch 182 Millionen, mir Spanisch 399 Millionen und mit Hochchinesisch sogar zirka 845 Millionen Menschen. ;-) Einfacher ist es glaube ich sich zu überlegen wen ich ansprechen möchte und ob mein Gegenüber das auch lesen mag.

    Nützliche Helfer für das Bloggen in englischer Sprachen sind übrigens dict.cc, leo.org und bei mir sehr beliebt linguee.de . Zudem hilft es sich jemanden an die Seite zunehmen der schon etwas Erfahrung mit der Sprache hat. Es ist meines Erachtens nicht wichtig wie ein echter "nativ" zu schrieben, aber die groben Fehler sollten schon beseitigt sein.

    Fee, ich drück dir die Daumen. Deinen Feed habe ich abonniert und hoffe wieder tolle Sachen bei Dir zu lesen.

    Besten Gruß
    Norman

  • sehr toller Beitrag. du hast wirklich das Wesentliche auf den Nenner gerbacht, danke dafür!
    ich habe auch schon mehrfach überlegt, ob die Zweisprachigkeit für meinen Blog sinnvoll wäre … der Mehrwert überzeugt in jedem Fall, aber wie du auch geschrieben hast, der Aufwand ist nicht zu unterschätzen!
    ich fände es übrigens super, wenn du noch was zum Plug In schreibst :)

    <3 Tina
    https://liebewasist.wordpress.com/

  • Hi Fee!

    Gelungener Beitrag – ich versuche, meine Blogposts seit einer Weile auch sowohl auf Deutsch, als auch auf Englisch zu veröffentlichen. Allerdings merke ich, dass ich mehr Zeit dazu benötige als ich ursprünglich erwartet habe – aber ich denke das gibt sich mit jedem Blogpost wieder etwas mehr.

    Liebe Grüsse aus Zürich,
    Slunicko

  • Witzig, gerade über dieses Thema habe ich in letzter Zeit besonders oft nachgedacht. Ich würde ganz gerne zweisprachig bloggen, traue es mir aber ehrlich gesagt nicht so ganz zu. Ich kann mich zwar wunderbar auf englisch unterhalten, aber von Angesicht zu Angesicht ist das doch immer etwas anders. Ich hätte gerne ein Übersetzungs-Widget, aber auch da gibt es einige Nachteile.

    GLG, Tina

  • Zeitaufwändig ist es auf jeden Fall – aber seit ich zusätzlich auf deutsch blogge, habe ich meine Reichweite in Deutschland stark ausgebaut (mittlerweile habe ich sogar mehr Besucher aus dem deutschsprachigen Raum als aus dem englischsprachigen). :)
    Damit, dass eine einfach Übersetzung nicht ausreicht, hast du wohl recht. Aber bei mir ergibt es sich mittlerweile einfach so, dass ich mich inhaltlich grob an den ursprünglichen Post halte und sprachlich ganz frei schreibe. Dann klingt es auch nicht so „übersetzt“ und künstlich. Bei Inhalten, die eher das deutsche Publikum ansprechen, kürze ich die englischen Posts ein wenig. So bleibt mein Blog in beiden Sprachen „vollständig“, aber ich verschwende keine Zeit damit, langwierige Übersetzungen von Posts anzufertigen, die vielleicht nur eine sehr geringe Reichweite haben werden.

    Mir macht es auf jeden Fall super viel Spaß und ich habe meine Liebe zur deutschen Sprache wiederentdeckt :)

    Liebe Grüße
    Sabrina von WHAT PIXIES WEAR

  • Pingback: September-Rückblick in Links & Bildern - Umecken.de
  • Ich hab gerade auf Umecken.de deinen Beitrag gefunden! Wirklich schön dass du dich mal zu dem Thema äußerst. Ich selbst schreibe auf Englisch und hab das ganz große Problem dass das ganz viele deutsche Leser abschreckt. Das hass ich unglaublich und deswegen bin ich auch am überlegen nun zwei sprachig zu schreiben, nur leider weiß ich aus Erfahrung dass das wahnsinnig viel Arbeit ist da ich es mal für kurze Zeit probiert habe. Mal schauen wie ich mich am Ende entscheide. :)
    Für den Plug in würde ich mich außerdem intressieren, ich weiß nur nicht ob der mir bei Weebly viel bringt. :D

    Liebste Grüße,
    Hannah

    http://www.hannjesch.com

  • Hey,

    ich bin auf deinen Blog gestoßen, weil ich nach „zweisprachig bloggen“ gesucht habe. Ich bin nämlich zur Zeit am Überlegen, ob ich meinen Blog auch sprachlich erweitern soll. Bisher habe ich mir das nicht getraut, weil ich einfach kein Sprachtalent bin – das konnten 10 Jahre Sprachunterricht in Schule und Ausbildung und 4 Jahre Blogs lesen auch nicht ändern. Ich verstehe die Sprache gut, aber wenn ich selbst Sätze bilden und Vokabeln finden soll, wird es schon schwierig. Mein Freund hat mir jetzt zugesichert, er würde mir helfen. Ich hoffe so kann ich endlich mein Englisch umgangssprachlich verbessern – Schulenglisch ist ja oft nicht im normalen Leben brauchbar.

    Ich finde es total schön, dass man deine Seite komplett umschalten kann und nicht ständig über einen Absatz in einer anderen Sprache stolpert.
    Hast du eine Ahnung, ob das ein extra Feature nur von WordPress.com ist? Oder ob das zb. Blogger auch kann?

    Ganz liebe Grüße > sara

  • Hallo Fee,

    einen tollen Blog hast du hier und grade die bilinguale Darstellung finde ich sehr gelungen. Du hast oben geschrieben, du würdest auch etwas über die technische Seite berichten, wenn es denn jemanden interessieren würde.

    Nun, ich bin sehr interessiert, da ich mich selbst grade mit dem Thema beschäftige. Magst du uns verraten, welches Plugin du nutzt ? Und wie du dies eingerichtet hast ?

    Liebe Grüße
    Tom aka Motawa10

  • Hallo Fee,
    einen tollen Blog hast du.
    Ich bin sehr interessiert, wie und mit welchem Plug-in du die englische Übersetzung eingerichtet hast?

    Liebe Grüße,
    Sofia

  • Hallo Fee,

    ich überlege auch, zweisprachig zu bloggen, habe aber bisher nicht eine wirklich gute Lösung gefunden (rein „technisch“). Welchen Plugin benutzt du denn? Oder bloggst du gar nicht mehr bilingual – ich konnte die englische Version nämlich ehrlich gesagt nicht finden…

    danke im voraus, betty

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